Am schnellsten geht es, wenn ein Programm zuhört: Wähl die Datei im kostenlosen BPM- und Tonart-Finder, und nach ein paar Sekunden siehst du die Tonart (zum Beispiel „A Moll“, also a-Moll) und das Tempo, ohne dass die Datei hochgeladen wird. Nach Gehör suchst du den Ton, der sich wie „zu Hause“ anfühlt (wo der Song enden will), findest ihn auf einer Klavier-App und entscheidest, ob der Song nach Dur oder Moll klingt. Grundton plus Dur oder Moll ist die Tonart.

Das Wichtigste

  • Eine Tonart hat zwei Teile: den Grundton und das Tongeschlecht, fast immer Dur oder Moll.
  • Der letzte Ton oder Akkord eines Songs ist sehr oft der Grundton. Fang dort an.
  • Jede Dur-Tonart teilt ihre Töne mit einer Moll-Tonart (C-Dur und a-Moll zum Beispiel), deshalb verwechseln Programme und Menschen die beiden manchmal.
  • Songs, die mittendrin die Tonart wechseln oder Tonleitern außerhalb des westlichen Dur-Moll-Systems nutzen, liefern unsichere Ergebnisse.
  • Fürs Singen zählt der Name der Tonart weniger als der höchste und tiefste Ton der Melodie. Die Tonart brauchst du für Band und Karaoke-Anlage; dein Stimmumfang entscheidet, ob der Song passt.

Methode 1: ein kostenloser Tonart-Finder (10 Sekunden)

  1. Öffne den BPM- und Tonart-Finder auf Handy oder Computer.
  2. Wähl den Song (MP3, M4A oder WAV, bis 8 Minuten).
  3. Warte ein paar Sekunden. Du siehst die Tonart, wie sicher das Ergebnis ist (Eindeutig, Wahrscheinlich oder „Unklar“), die verwandte Tonart, die gut dazu passt, und das Tempo in BPM.

Wichtig für deutsche Leser: Das Tool zeigt englische Notennamen mit Kreuzen. „B“ bedeutet dort H, „A#“ ist Ais (klingt wie das deutsche B), und „C#“ ist Cis. „B Dur“ heißt also H-Dur, „A# Dur“ entspricht B-Dur.

So funktioniert es: Es hört sich die mittleren 90 Sekunden des Songs an, nach dem Intro, misst, wie stark jeder der 12 Töne vorkommt, und vergleicht dieses Muster mit den typischen Mustern von Dur- und Moll-Tonarten. Alles läuft in deinem Browser, die Datei verlässt dein Gerät nicht.

Steht dort „Unklar“, wechselt der Song vielleicht die Tonart, oder er beruht auf einer Tonleiter, die das Dur-Moll-Modell schlecht beschreibt. Dann zeigt es die nächstliegende westliche Tonart.

Methode 2: nach Gehör (3 Schritte)

Du brauchst eine Klavier- oder Keyboard-App auf dem Handy. Die ersten Male dauert es, dann geht es schnell.

1. Finde den „Zuhause“-Ton. Spiel den Song und summ am Ende des Refrains oder des Songs den Ton, der nach Schluss klingt, als könnte der Song dort aufhören. Summ ihn weiter, während die Musik läuft: Er sollte fast überall ruhig und passend klingen.

2. Such ihn auf der Tastatur. Tipp Tasten an, bis eine zu deinem Ton passt. Das ist der Grundton. Die Oktave ist egal: Jedes C ist ein C.

3. Dur oder Moll? Spiel den Grundton zusammen mit der Taste 4 Tasten darüber (schwarze und weiße mitgezählt). Klingt das hell und passt zum Song, ist es Dur. Passt die Taste 3 Tasten darüber besser, ist es Moll. Grob klingt Dur hell und Moll dunkler oder gefühlvoller, aber viele fröhliche Songs stehen in Moll: Verlass dich darauf, was passt, nicht auf die Stimmung.

Methode 3: auf die Akkorde schauen

Findest du die Akkorde im Netz oder von einer Musikerin, ist die Tonart meist:

  • der Akkord, mit dem der Song endet, und
  • der, der am häufigsten vorkommt, besonders am Ende des Refrains.

Ein Song fast nur aus C, F, G und Am, der auf C endet, steht fast sicher in C-Dur. Endet und ruht er mit denselben Akkorden auf Am, steht er in a-Moll. Vorsicht bei Akkordseiten: Viele zeigen Songs in einer leichteren Gitarrentonart mit Kapodaster, nicht in der Tonart der Aufnahme.

Warum Tonart-Finder sich nicht immer einig sind

  • Paralleltonarten. C-Dur und a-Moll nutzen genau dieselben Töne, also kann ein Programm die falsche der beiden wählen. Deshalb zeigt der Tonart-Finder die verwandte Tonart gleich neben dem Ergebnis.
  • Tonartwechsel. Viele Popsongs rücken im letzten Refrain einen Ton höher. Hört das Programm einen anderen Teil, nennt es vielleicht eine andere Tonart.
  • Stimmung. Manche Aufnahmen sind etwas höher oder tiefer als der Standard-Kammerton (a′ = 440 Hz) gestimmt, was ein knappes Ergebnis in die Nachbartonart kippen kann.
  • Nicht-westliche Tonleitern. Songs auf Basis arabischer Maqamat, indischer Ragas und vieler Volksmusiken nutzen Töne oder Intervalle, die das Dur-Moll-Modell nicht kennt; jeder westliche Tonartname ist dann nur eine Annäherung.

Was Sängerinnen und Sänger mit der Tonart anfangen

  1. Mit Band oder Karaoke-Anlage reden. „Können wir es einen Ganzton tiefer machen?“ ist viel leichter umzusetzen, wenn alle die Originaltonart kennen.
  2. Den Song an deine Stimme anpassen. Senk oder heb ihn Halbton für Halbton mit dem kostenlosen Tool Tonart ändern; siehe Tonart eines Liedes ändern.
  3. Den höchsten Ton prüfen. Zwei Songs in derselben Tonart können eine Oktave auseinanderliegen. Vergleich den höchsten gesungenen Ton mit deiner bequemen Höhe aus dem Stimmumfang-Test.
  4. Medleys und Mashups. Songs in derselben oder in verwandten Tonarten lassen sich gut aneinanderhängen.

Auch das Tempo

Dasselbe Tool zeigt das Tempo in Schlägen pro Minute (BPM). Manche Songs werden mit halbem oder doppeltem Tempo erkannt, deshalb zeigt es beide Werte; nimm den, zu dem du bequem mit dem Fuß tippen kannst. Ist ein schneller Song schwer zu lernen, verlangsame ihn ohne Tonartänderung mit dem kostenlosen Tool Tempo ändern.

Häufige Fragen

Wie genau sind Online-Tonart-Finder? Bei Songs mit klarer Harmonie, die in einer Tonart bleiben, liegen sie meist richtig oder nur bei der Paralleltonart daneben (C-Dur statt a-Moll). Öfter irren sie bei Songs mit Tonartwechseln, sehr spärlichen Akustikaufnahmen und Musik mit nicht-westlichen Tonleitern.

Ist die Tonart der erste Ton des Songs? Nicht unbedingt. Viele Melodien beginnen auf einem anderen Ton. Der Grundton ist dort, wo der Song aufgelöst klingt, meistens am Ende.

Was heißt „C# Moll“ oder „A# Dur“? Der Buchstabe (mit # für Kreuz) ist der Grundton in englischer Schreibweise: C# ist Cis, A# ist Ais. Also cis-Moll und Ais-Dur, das man fast immer als B-Dur schreibt. Ais und B, Cis und Des sind jeweils derselbe Ton mit zwei Namen.

Sagt mir die Tonart, ob ich einen Song singen kann? Nur zum Teil. Entscheidend sind der höchste und tiefste Ton der Melodie. Finde deinen Umfang mit dem Stimmumfang-Test und vergleich.

Wird mein Song hochgeladen? Nein. Der BPM- und Tonart-Finder arbeitet in deinem Browser, die Datei verlässt dein Gerät nie.

Hör jeden Song mit deiner Stimme. Deine ersten 2 Songs kannst du gratis erstellen und anhören.